Unterschied zwischen CBD und Cannabisöl

Extrakte aus der Hanfpflanze: Was unterscheidet CBD von Cannabisöl?

Cannabis ist nicht nur als Droge bekannt, sondern wird auch medizinisch erforscht. Das betrifft Cannabisöl mit THC, welches die psychoaktive Wirkung verursacht, aber insbesondere auch CBD - ein weiterer Wirkstoff des Cannabis. Dieser hat keine berauschende Wirkung, weshalb CBD im Gegensatz zu Cannabisöl nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Beiden Substanzen werden gesundheitsfördernde Effekte zugeschrieben, wobei CBD frei erhältlich ist.

Die Cannabinoide der Hanfpflanze

In Hanfpflanzen sind verschiedene sogenannte Cannabinoide enthalten. Dazu zählen unter anderem Tetrahydrocannabinol, als THC bekannt, und Cannabidiol, abgekürzt CBD. Ihr Anteil variiert mit der Hanfsorte. Durch selektive Züchtungen ist es möglich, den jeweiligen Anteil zu beeinflussen, so dass inzwischen Hanfpflanzen existieren, die einen hohen Anteil CBD, aber nur eine sehr geringe Menge THC aufweisen. Liegt diese bei unter 0,2 Prozent, dürfen die Pflanzen zur Herstellung von CBD-Öl verwendet werden. Durch spezielle Extraktionsverfahren ist der THC-Anteil im Endprodukt noch wesentlich geringer. Es ist dann frei verkäuflich.

CBD-Öl ist keinesfalls mit Cannabisöl zu verwechseln: Dienen Hanfpflanzen mit höherem THC-Anteil als Basis, handelt es sich beim Endprodukt im rechtlichen Sinne um Cannabisöl. Dieses fällt unter das Betäubungsmittelgesetz und ist verschreibungspflichtig. Aufgrund der psychoaktiven Wirkung des THC wird Cannabisöl umgangssprachlich auch als "Haschischöl" oder "THC-Öl" bezeichnet. Davon abzugrenzen ist nochmals das Hanföl, welches aus den Samen der Pflanze gewonnen wird und in kalt gepresster Form als Nahrungsmittel dient. Hier sind ungesättigte Fettsäuren wie Omega 3 und Omega 6 enthalten, im Gegensatz zu Cannabidiol- und Cannabisöl jedoch kein THC oder CBD.

Kontrollierter Anbau von Nutzhanf und Medizinhanf

Als Nutzhanf werden Pflanzen bezeichnet, die industriell, beispielsweise als Textilfasern Verwendung finden oder auch der Gewinnung von CBD-Öl dienen. Da diese maximal 0,2 Prozent THC enthalten dürfen, ist der Anbau streng kontrolliert und es darf ausschließlich zertifiziertes Saatgut eingesetzt werden. Kontrollorgan ist in Deutschland das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung. Sie dürfen davon ausgehen, dass es sich bei den im Handel erhältlichen Ölen stets um CBD-Öl handelt. Dies sollte selbst dann der Fall sein, wenn ein frei verkäufliches Produkt fälschlicherweise als Cannabisöl angeboten wird: Gemeinsam ist CBD- und Cannabisöl, dass sie aus Hanfpflanzen extrahiert werden - der wesentliche Unterschied ist der THC-Gehalt in Cannabisöl.

Letzteres wird aus Sorten gewonnen, die auch als Medizinalhanf geführt werden. Hier obliegt die Kontrolle dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Als Betäubungsmittel muss für Cannabisöl zudem eine Zulassung erteilt werden (https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Betaeubungsmittel/Erlaubnis/_node.html).

Medizinische Bedeutung von CBD und Cannabisöl

Im menschlichen Organismus gibt es Proteinverbindungen, als endocannabinoide Verbindungen bezeichnet. Sie werden fachlich in CB1 und CB2 unterteilt: CB1 ist eng mit dem zentralen Nervensystem verknüpft, während CB2 in hohem Maß an der Immunaktivität beteiligt ist. Cannabinoide wie THC und CBD sind in der Lage, sich an diese Verbindungen anzudocken. Geschieht dies durch das in Cannabisöl enthaltene THC, kann das Einfluss auf die Bewegung, Koordination, Sinneswahrnehmungen, Emotionen und Gehirnfunktionen haben. Die Wirkung erstreckt sich auf das Schmerzempfinden, es können Ängste gedämpft werden, aber es treten auch psychoaktive und bewusstseinsverändernde Effekte auf. Dies ist bei CBD im Gegensatz zum Cannabisöl nicht der Fall. In Kombination mit den CB2-Verbindungen erstreckt sich die Wirkung hauptsächlich auf die Regulierung der Immunabwehr.

Verschiedene gesundheitliche Effekte von Cannabisöl und CBD-Öl

Cannabisöl/THC:

CBD-Öl:

In dieser kurzen, längst nicht vollständigen Übersicht zeigt sich, dass Sie von CBD- und Cannabisöl teilweise dieselben gesundheitlichen Effekte erwarten dürfen. Das ist kaum verwunderlich, finden doch bei THC und CBD im Prinzip dieselben Mechanismen im Organismus statt. Das betrifft auch weitere Cannabinoide der Hanfpflanze, die jedoch bisher weniger erforscht sind. Das Interesse der allgemeinen Forschung widmet sich aufgrund der bewusstseinsverändernden Wirkung des THC verstärkt dem CBD. Die Medizin geht davon aus, dass beide Substanzen zusammen verschiedene Wirkungen verstärken und einzelne Wirkungsbereiche unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

Für Sie von Bedeutung ist jedoch insbesondere die Rechtslage: CBD-Öl dürfen Sie legal kaufen und anwenden, Cannabisöl muss von einem Arzt verschrieben werden und dafür gibt es strenge Vorschriften.

Was versprechen sich Verbraucher und Patienten von CBD oder Cannabisöl?

Leiden Sie unter gesundheitlichen Problemen wie chronischen Schmerzen, Stimmungsschwankungen oder entzündlichen Prozessen, könnte CBD dazu beitragen, die Symptome zu lindern. Es wirkt entspannend und entkrampfend auf den Organismus, ohne jedoch wie Cannabisöl mit einem berauschenden Effekt verbunden. Neben Schmerzen steht CBD bei Verbrauchern in dem Ruf, Übelkeit zu lindern, die Symptome bei Migräne zu reduzieren und ausgleichend bei nervöser Unruhe zu wirken. Es werden täglich nur wenige Tropfen eingenommen. Eine zu hohe Dosis kann zu Nebenwirkungen führen.

Inzwischen haben sich zahlreiche Studien und medizinische Einrichtungen mit CBD befasst (http://www.pathologie-universitaetsmedizin-dresden.de/). Aufgrund der strengen Kontrollen und des aufwendigen Herstellungsverfahrens sind CBD-Produkte nicht ganz günstig. Wer allerdings versuchen möchte, Schmerzmittel oder auch deren Nebenwirkungen zu reduzieren beziehungsweise eine Alternative bei anderen spezifischen Krankheitssymptomen sucht, kann den Hanfextrakt legal erwerben.

Für Cannabisöl oder andere THC-haltige Produkte benötigen Sie eine medizinisch begründete Ausnahmegenehmigung. Nicht jeder Arzt verschreibt Cannabisöl und wenn doch, müssen häufig zunächst andere medizinische Möglichkeiten ausgeschöpft worden sein.

Medizinische Anwendungsbereiche

Insbesondere werden Cannabisöl-Produkte bei Übelkeit und Erbrechen im Verlauf einer Chemotherapie, chronischen Schmerzen und Formen von Spastiken eingesetzt. Weitere mögliche Anwendungsbereiche, bei welchen Studien jedoch bisher keine ganz eindeutigen Ergebnisse zum Grad der Wirksamkeit liefern konnten, sind:

Der sparsame medizinische Einsatz resultiert aus den möglichen Nebenwirkungen, vor allem aber auch den strengen Regelungen der Krankenkassen, die nur in bestimmten Fällen zu einer Kostenübernahme bereit sind (http://www.ccc-muenchen.de/download/de/veranstaltungen/10_PatForum-MethadonVortrag-CB.pdf). Neben Cannabisöl, was zum Beispiel in Kapselform erhältlich ist, werden auch synthetische Äquivalente eingesetzt, welche dieselbe Wirkung haben sollen.

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